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Testbericht: Pentax KP

In der Höhle der Löwen

Richtig schön ist sie, die Pentax KP-SR. Pentax hat bekannterweise ein glückliches Händchen, was Kameradesign betrifft – das bald seltener werdende Spiegelreflex-Konzept bietet sich ja auch dazu an, attraktive Gehäuse zu bauen: Klassische Elemente lassen sich besonders hier mit dem technischen Angebot der Moderne wunderbar verbinden. Pentax macht das immer wieder – und hält auch im APS-C-Bereich an der Spiegelreflex-Technik fest. Das aktuelle Line-Up komplettiert sich mit der KP-SR (24,1 MP) neben der großen vollformatigen Profi-Kamera K-1 Mark II und der preisgünstigen K-70 (APS-C) perfekt, nämlich mittendrin – und hat nebenbei noch einige kleine Überraschungen zu bieten. Wir haben die KP-SR mit dem Superzoom von Pentax, dem SMC 18-135mm / F3.5-5,6 ED AL DC WR einem Praxistest unterzogen. Dieses Objektiv ist also abgedichtet – wie das Gehäuse auch.

 

Von der großen Schwester aus dem Profi-Lager einiges abgeschaut

Die Kamera ist seit etwas mehr als drei Jahren auf dem Markt und liefert mit dem individuell austauschbaren Handgriff – von diesen werden gleich mehrere in der Verpackung mitgeliefert – bereits ein Alleinstellungsmerkmal. Das freut Menschen mit großen wie kleinen Händen und macht das schicke Retro-Gehäuse noch attraktiver.

 

In Sachen Bedienung hat sich die KP-SR einige Features von der großen Schwester K-1 Mark II ausgeliehen: Linkerhand das klassische Modus-Wahlrad (arretierbar) mit nicht weniger als 5 U-Einstellungen, die Erstaunliches bieten können: Persönliche User-Modi (U1) sind ebenso möglich wie beispielsweise prioritäre, sinnvolle Kamera-Einstellungen ab Werk wie Astro-Fotografie, Macro-Aufnahmen oder HDR-Landschaft. Rechts neben dem Spiegelkasten (das Penta Prisma deckt übrigens 100 Prozent des Bildes ab) befindet sich Pentax ein weiteres, so genanntes Smart-Funktionsrad: Damit können weitere Parameter wie AE, HDR allgemein, Serienbild-Geschwindigkeit sowie drei zusätzliche Custom-Einstellungen vorgenommen werden. An gleicher Position darunter ein praktischer Hebel, über den sich schnell und unkompliziert Live-View oder Videomodus ansteuern lassen. An der Kameraschulter der on/off-Button, +/- und ein weiteres Drehrad, mittels dem man sich beispielsweise durchs Menü manövrieren kann. Beide Wahlräder rasten satt ein, müssen aber mit doch mehr Kraftaufwand bedient werden als bei manchem Mitbewerber – das rechte deutlich mehr als das linke. Manche mag das vielleicht etwas stören, mir hat es ein deutliches Mehr an Sicherheit gegeben: Versehentliches Verstellen … no way.

 

Der Kamerarücken lässt Profi-Feeling aufkommen:

Eine üppig ausgestattete Kaskade an Funktionsknöpfen von Steuerkreuz mit den klassischen Elementen – also Play, ISO, Delete, Selbstauslöser, Blitzsteuerung, White-Balance, Menü, AF/AEL, Lupe/Verkleinerung, Wasserwaage, Info (adäquat zu Q bei Mitbewerbern) und Funktionsrad -  mit einem hellen und klaren Display, das sich nur vertikal bewegen lässt: Nach oben um etwas mehr als 45 grad, nach unten für Fotos über Schulter um etwa die Hälfte, also ca. 24 Grad. Das reicht für viele Fotosituationen aus, für Vlogger wird das allerdings zu wenig sein – diese Kamera ist eindeutig aufs Fotografieren zugeschnitten. Der Blick durch den Sucher bietet ein helles und klares Bild im typischen APS-C-Ausschnitt. Die Fülle der Funktionsknöpfe erspart, wenn man diese denn verinnerlicht hat, dem Fotografen viel Mühe – alles Wichtige kann erledigt/eingestellt werden, ohne dass man in die Tiefen des Menüs eintauchen muss. Fazit: Die Ausstattung ist klasse.

 

Makellos im Rauschverhalten

Wichtiges Feature in der KP ist der gehäuseinterne Bildstabilisator, der über Achsen dirigiert. Pentax verspricht damit einen Verwackelungsschutz um fünf Blendenstufen – was deutlich längere Belichtungszeiten auch im Telebereich möglich macht. Pixelshift ist selbstverständlich auch möglich – allerdings arbeitet diese anders als die Konkurrenz: Hier sind es vier Aufnahmen – jede einzelne jeweils um ein Pixel nach rechts, links, oben und unten verschoben. Der Effekt: Etwaiges Rauschen wird unterdrückt, die Auflösung wird deutlich verbessert. Apropos Rauschen: Bis ISO 1.600 passiert diesbezüglich so gut wie nichts, danach noch top bis 6.400 – dann geht´s bergab wie bei allen Mitbewerbern. Der Autofocus arbeitet zwar flott und präzise – für die Preisklasse sehr, sehr gut. Live-View macht das Fotografieren nur wenig langsamer – hier „pumpt“ das Objektiv manchmal hin und her. Auch das ist der Tatsache geschuldet, dass die KP-SR in erster Linie als Fotoapparat und nicht als Videokamera ausgelegt ist.

 

Attraktive Linse

Noch ein paar Worte zum Objektiv, dem 18-135mm/f3.5-5,6 ED AL (IF) DC WR: Tolle Linse, die sich durch die attraktive Brennweite für Landschafts- und Architektur-Fotos ebenso eignet wie für den Porträt-Bereich.

 

Die Lichtstärke macht nicht allzu große Sprünge, dafür hat man aber ein Glas in der Hand, das viele fotografische Anforderungen wacker meistert.

 

Die Verarbeitung ist super – das Objektiv ist gegen Spritzwasser und Staub geschützt. Schaut man sich auf den Test-Seiten um, so wird die Bildqualität ausnahmslos gelobt. Die Linse ist kein Leichtgewicht – was von guter Verarbeitung und der Verwendung von hochwertigen Materialien mit viel Glas und Metall zeugt.

 

Der gummierte Zoomring ist sehr breit und griffig, der Scharfstellring wurde Bajonett-seitig platziert und ist sehr schmal. Die Gumminoppen um den Scharfstellring sind deutlich höher als jene beim Zoomring – das erhöht den Bedienkomfort beim Fokussieren deutlich. Bildstabilisator ist keiner verbaut – das erledigt die Kamera. Die Naheinstellgrenze beträgt 0,4 Meter. Die Gläser sind wie bei Pentax üblich SMC-vergütet (super-multi-coated) – das erhöht die typische Pentax-Abbildungsleistung mit schönen und organischen Farben.

 

Mein Fazit

Mit ihrem Konzept und den Features wildert die KP-SR in der Höhle der Löwen – im APS-C-Segment tummeln sich jede Menge starke Gegner, vor allem durch die Premium-Modelle von Sony mit der A-6000er-Serie und Fuji mit allen X- und A-Kameras. Die Preisschlacht dort ist erbarmungslos – und derjenige Hersteller, der weiter auf Spiegelreflex-Modelle, zeigt Mut. Aber die KP-SR punktet. Zumindest bei mir mit dem schönen und hellen Sucher, dessen Inserts klar und unaufdringlich über alle wichtigen eingestellten Parameter informieren, weiters durch das angenehme Handling (mit Vollausstattung auch durch Einstellräder vorne und hinten für Blende/Verschluss – für mich unverzichtbar), durch die tolle Bildqualität mit hervorragender Schärfe und last, but not least, durch die Schönheit des Gehäuses. Es gibt sie natürlich in Schwarz und in Silber – beide Varianten machen optisch viel her.

 

Text & Bilder: Walter de Meijer

 

Die Kamera ist bei uns im Geschäft lagernd.

 

Hier geht's zu den Pentax DSLRs in unserem Onlineshop.

 

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